Im Januar startet Berblinger durch!

Und sie spielen doch! Auch wenn die Corona-Pandemie den Machern des Musicals „Ich bin ein Berblinger“ im Frühsommer einen Strich durch die Rechnung gemacht hat: Im Januar hebt das Musical mit sieben Aufführungen im Ulmer Roxy ab. Premiere ist am 5. Januar.

Berblinger? Besser bekannt ist der Flugpionier, der am 24. Juni dieses Jahres 250 Jahre alt geworden wäre, als „Schneider von Ulm“. Ein Pionier der Lüfte, der wegen seines gescheiterten Flugversuchs im Jahr 1811 erst mal als Versager in die Geschichte einging. Heute weiß man: An der Stelle, an der Berblinger die Donau überfliegen sollte, herrschen so ungünstige Flugbedingungen, dass selbst Piloten mit modernen Hochleistungsdrachen in der Donau landen.

Längst hat auch seine Heimatstadt ihren Frieden mit dem Gescheiterten gemacht und richtet dieses Jahr ein Festival aus, das aber wegen der Pandemie zu großen Teilen ins kommende Jahr verschoben worden ist – auch das Musical „Ich bin ein Berblinger“, das ein Höhepunkt des Festivalprogramms sein wird.

Apropos scheitern: Damit haben auch die Macher des Festivals so ihre Erfahrungen gemacht. Eigentlich war geplant gewesen, das Musical schon zum 200. Jahrestag des Fluges, also im Mai 2011 auf die Bühne zu bringen. Damals fehlte allerdings das Geld. Fürs Berblinger-Jahr 2020 hat die Stadt 90 000 Euro zugeschossen, weitere Unterstützung kam etwa von der Stiftung der Sparda-Bank, diesmal funkte aber die Corona-Pandemie dazwischen. Und deren Folgen spüren auch die Festivalmacher.

„Wir mussten die Inszenierung von Grund auf umbauen“, sagt Komponist Helmut Pusch. „Statt der geplanten 16 Darsteller und einer Sieben-Mann-Live Band werden jetzt nur noch vier Hauptdarsteller und vier Nebendarsteller live auftreten. Mehr Personal darf unter Corona-Bedingungen nicht auf die Bühne des Roxy. Die Musik kommt deshalb vom Band. Einspielungen auf zwei großen LED-Wänden müssen die restlichen Mitwirkenden (darunter ist auch der Jugendchor der Ulmer Spatzen) ersetzen.

Derzeit laufen die Vorarbeiten dafür: Vor einigen Tagen wurden beim Berblinger-Turm Außenszenen gedreht – mit den zwei Hauptdarstellern Brix Schaumburg und Sascha Lien. Schaumburg spielt in der TVNOW-Event-Serie „Sunny – Wer bist du wirklich?“ den transsexuellen Nik. Im Musical „Ich bin ein Berblinger“ spielt er einen korrupten Psychiater, der eine heimliche Obsession hat.

Sascha Lien kennen Musical-Fans aus dem Ulmer Musical-Erfolg „Rock of Ages“, zuvor hatte er fünf Jahre lang in der Kölner Produktion des Queen-Musicals „We Will Rock You“ die Rolle des Galileo gesungen. In „Ich bin ein Berblinger” singt er die Titelrolle. In der weiblichen Hauptrolle debütiert die aus Blaustein stammende Sofie Denner, die auch mal bei den Ulmer Spatzen gesungen hat. Die Rolle des Bösewichts übernimmt Sebastian Gniechel Christ.

Thomas Dietrich führt Regie. Das Libretto stammt von Albert Hefele, die Musik von Hermann Skibbe, Helmut Pusch und Christof Biermann, letzter zeichnet auch für die Songtexte verantwortlich.

Premiere ist am 5. Januar 2021 im Ulmer Roxy, gespielt wird sieben Mal bis zum 12. Januar. Karten gibt es im Vorverkauf (Roxy, eventim). Achtung: Das Roxy bietet unter Corona-Bedingungen höchstes 270 Zuschauern Platz, es empfiehlt sich wegen der Sitzverteilung Tickets als Gruppen zu kaufen

Die Story:

Albrecht Ludwig Berblinger ist ein Nachfahre des Flugpioniers. Er hat sich zur Aufgabe gemacht, seinen Vorfahren zu rehabilitieren. Dabei übernimmt er sich – finanziell und psychisch und landet in der Psychiatrie. Dort trifft er auf den halbseidenen Marketingfachmann Hampel, der mit dem Namen Berblingers das große Geschäft machen will. Den korrupten Psychiater Rollinger will Hampel mit seiner hübschen Sekretärin Isabelle ködern, die hat aber längst ein Auge auf Berblinger geworfen: Irrungen, Wirrungen, große Gefühle und schöne Songs. Kur: alles, was ein Musical braucht.

 

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